St. Godehard

St. Godehard
Godehardplatz, 31134 Hildesheim


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c/o LICHTUNGEN
Katharina Berndt

St. Godehard ist eine römisch-katholische Kirche am Südrand der Altstadt Hildesheims. Der Grundstein eines Klosters wurde im Jahr 1130 gelegt und kurz darauf begann der Bau einer Abteikirche. Beide wurden 1172 der Gottesmutter und dem Hildesheimer Bischof Godehard (1022-1038) geweiht.

Ursprünglich diente die Kirche den Hildesheimer Benediktinern als Zentrum, zu denen auch der heilige Godehard gehörte. Er wurde im Jahr 1133 heilig gesprochen, woraufhin auf Veranlassung des amtieren Bischofs Bernhard mit dem Bau der beiden Gebäude begonnen wurde. Der heilige Gotthard oder Gotthard von Hildesheim (960-1038) gehört zu den bedeutendsten Heiligen des Hochmittelalters, deren Verehrung sich weit über die Landesgrenzen (von Italien und Kroatien bis nach Skandinavien) hinaus erstreckte. Als einer der wichtigsten Alpenübergänge und -pässe trägt der Sankt-Gotthard-Pass in der Schweiz seinen Namen.

Mit ihren klassischen Proportionen zählt sie zu den bedeutendsten Zeugnissen romanischer Baukunst in Deutschland.

St. Godehard ist eine dreischiffige Basilika mit Querschiff und Chorumgang, einem achteckigen Vierungsturm und einem Westwerk mit zwei kleineren Türmen und Westapsis. An der Außenfassade finden sich Blendarkadenfriese und Lisenen und das nordwestliche Portal beeindruckt mit seinem außergewöhnlichen Tympanon, das Christus zeigt, der von den heiligen Bischöfen Godehard und Epiphanius flankiert wird.

Innen wird das Dach von sechs Pfeilern und zwölf Säulen getragen, der sogenannte Niedersächsische Stützenwechsel, die mit figuren- und ornamentreichen Kapitellen meisterhaft gearbeitet sind.

Die Säkularisation im Jahr 1803 traf das Kloster schwer und in die frühen Gebäude zog das Gerichtsgefängnis ein. Die Kirche selbst wurde der katholischen Kirche als Gotteshaus überlassen, wobei diese Entscheidung 1812 durch die westfälische Regierung rückgängig gemacht wurde und fortan als Magazin benutzt wurde. Durch den persönlichen Einsatz von Hermann Gottfried Held (1768-1828), dem dann ersten Pfarrer von St. Godehard, wurde die Kirche vor dem Abriss gerettet und 1815 den Hildesheimer Katholiken zurückgegeben. Kurze Zeit später, im Jahr 1818, kam sie in den Besitz des Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds und blieb katholische Pfarrkirche.

Im Gegensatz zu den vielen zerstörten Kirchen in der Stadt, wurde St. Godehard durch den Bombenangriff zum Ende des Zweiten Weltkrieges nur wenig beschädigt. Lediglich das nördliche Seitenschiff wurde getroffen, konnte jedoch im Jahr 1945 bereits repariert werden. Bis zur Widerweihe des Doms im Jahr 1960 diente sie aus diesem Grund auch als Bischofskirche. Auch während der Umbauphase von 2010-2015 war St. Godehard wieder Cathedra für den Hildesheimer Bischof.

Im Jahr 1963 verlieh Papst Paul VI. ihr den Ehrentitel Basilica minor. Diese Verleihung bezweckt die Stärkung an den römischen Bischof und hebt die Bedeutung der Kirche für das Umland hervor.

In den Räumen des ehemaligen Godehardi-Klosters werden seit 1971 die Rechtspfleger für die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg ausgebildet.

Drei Benediktinermönche leben und wirken seit 2003 wieder an St. Godehard. Am 1. November 2014 wurde die heutige Pfarrei St. Godehard gegründet.

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