St. Andreas

Ev.-luth. St.-Andreas-Kirche
Andreasplatz 5, 31134 Hildesheim


andreasturm
Hildesheim, St. Andreas (c) Hildesheim Marketing
Hildesheim, St. Andreas (c) Hildesheim Marketing

c/o LICHTUNGEN

Marek Radke
Ghiju Díaz de Léon
Aymen Gharbi

Die Bürgerschaft der Stadt begann den Bau im Jahr 1389. Als Bürgerkirche sollte sie gegenüber der Gewalt des Bischofs, die sich im Dom widerspiegelte, bürgerliches Selbstbewusstsein, Stolz und Reichtum verkünden, weshalb ihr Standort dort gewählt wurde, wo zwei wichtige Handelswege sich kreuzten. Somit kam im Mittelalter an der Andreaskirche Handel, Handwerk, Schule, Krankenpflege und kirchliches Leben an einem Ort zueinander.

Die erste Existenz eines früheren Kirchenbaus für den Apostel Andreas in Form einer vorromanischen Kapelle, wird bereits für das Todesjahr Bischof Bernwards 1022 angenommen. Auch Bischof Godehard wurde hier nach seinem Tod im Jahr 1038 für die Trauerbekundung des Volkes aufbewahrt

Es folgte der Bau einer gotischen Kirche, dessen Vorbilder in französischen Kathedralen oder auch im St. Veitsdom in St. Petersburg gesehen wird. Über 100 Jahre dauerte die Fertigstellung des Gebäudes, bis zur Endgültigen Fertigstellung mit dem heutigen höchstem Turm Niedersachsens mit 114,5 m, sogar 500 Jahre, nämlich im Jahr 1883. Grund für die lange Bauzeit waren vermutlich Kriege, Materialmangel, fehlende Finanzmittel oder auch Pestzeiten.

Im Zuge der Reformationszeit wurde St. Andreas 1542 die erste Kirche Hildesheims, in der lutherisch gepredigt wurde. Johannes Bugenhagen (1485-1558, bedeutender deutscher Reformator und Weggefährte Martin Luthers) führte von hier aus zudem die neue evangelische Kirchenordnung ein. Noch heute erinnert der Brunnen von Ulrich Henn auf dem südlichen Vorplatz daran.

Der Innenraum gestaltet sich eher schlicht. Eine schmucklose Vorhalle führt Besucher_innen in das Innere, von wo aus sich ein großartiger Blick in das Mittelschiff bis zum Altar und den Bundglasfenstern im Hintergrund erstreckt. Ein 28,6 m hohes Sterngewölbe verbindet die einzelnen Raumabschnittes des Hauptschiffes miteinander.

Am 22. März 1945 brannte die Kirche vollständig aus, nur die Umfassungsmauern und der Turm blieben stehen. Der Wiederaufbau fand von 1956 bis 1965 statt und sie wurde am 29. August 1965 als letzte der kriegszerstörten Kirchen Hildesheims wieder eingeweiht.

Links

Homepage >>
NDR Ratgeber / Reise / St. Andreas Hildesheim