Markt

Markt, 31134 Hildesheim


Hildesheim, Markt (c) Leif Obornik (1)
Hildesheim, Marktplatz (c) Hildesheim Marketing
Hildesheim, Markt (c) Leif Obornik (2)

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Kurt Laurenz Theinert

Mittelpunkt der Stadt ist der Marktplatz. Schon Wilhelm von Humboldt hielt ihn für den schönsten der Welt. Nach der Zerstörung am Ende des zweiten Weltkrieges wurde der Platz im Charme der 50er und 60er Jahre neu bebaut. Durch mehrere Bürgerinitiativen konnte in den 80er Jahre der historische Marktplatz wiedererrichtet werden.

Das Rathaus stammt aus dem Jahr 1268 und wurde durch die Bombardierung stark beschädigt, jedoch bis 1954 wieder aufgebaut.
Der Rolandbrunnen in der Mitte des Markplatzes steht seit 1540 vor dem Rathaus. Auf den Steintafeln an den Seiten sind sieghafte Helden aus dem Alten Testament abgebildet. Die Wächterfigur, als Schnauzbärtiger mit Schild und Spieß dargestellt, verkörpert den Roland (Ritter als Sinnbild der Stadtrechte). Es könnte sich aber auch nur um einen Stadtknecht handeln, der für die Sicherheit der Bürger zuständig war.

Das Tempelhaus, an der linken Seite des Rathauses, verzaubert den Betrachter mit seinen Giebelwand und Türmchen. Das frühgotische Patrizierhaus überlebte das Kriegsende fast unbeschadet. Der 1591 gebaute Renaissance-Erker wurde 1944 abgebaut und blieb so unbeschadet. Das darauf zu sehende Gleichnis vom verlorenen Sohn gilt als Meisterwerk der Hildesheimer Steinmetzkunst. Bereits 1952 war das Haus komplett wieder aufgebaut.
Nicht eindeutig geklärt ist der Ursprung des Namens Tempelhaus. Wie verbreitet ist die Herleitung, dass sich an gleicher Stelle die erste Synagoge der Stadt gestanden haben soll. Dafür spricht auch, dass die Gasse zwischen Tempelhaus und Wedekindhaus „Judenstraße“ heißt.
Eine andere Version geht auf die Erbauer Roleff und Eggert von Harlessem zurück, die als Angehörige einer Hildesheimer Bürgermeisterfamilie das Gebäude als Mischung zwischen Ritterburg und orientalischen Palast erbaut haben sollen.
Heute gehört das Haus der Familie Gerstenberg, die Herausgeber der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung.

Weiter auf dieser Seite folgt das Wedekindhaus von 1598. Als Wohn- und Geschäftshaus im Renaissancestil errichtet, wurde es 1954 vollständig zerstört. Lediglich die Fassade wurde zwischen 1984 bis 1986 weitgehend originalgetreu rekonstruiert. Auch das angrenzende Lüntzelhaus von 1750, benannt nach einer Bürgermeisterfamilie wurde komplett zerstört und dient nun zusammen mit dem Wedekindhaus als Fassade der Sparkasse Hildesheim. Der benachbarte Rolandstift weißt in das 14. Jahrhundert, die gotische Zeit, zurück. Den barocken Vorbau und das Barockportal erhielt es um 1730. Der Senator Erasmus Roland vermachte das Gebäude verarmten evangelischen Bürgertöchtern. Auch diese Fassade gehört heute zum Neubau der Sparkasse Hildesheim.

Gegenüber des Rathauses befindet sich das Bäckeramtshaus, ein im Jahr 1825 errichtetes dreigeschossiges Fachwerkhaus. Daneben steht für viele das schönste Fachwerkhaus der Welt: Das Knochenhauer-Amtshaus. 1529 wurde es von der wohlhabenden Gilde der Knochenhauer (Fleischer) errichtet. Das Kellergewölbe wurde als Lagerraum verwendet, im ersten Stock hielt die Gilde ihre Sitzungen ab. Im Obergeschoss befanden sich weitere Vorratsräume sowie Wohnungen. Die streng gotische Konstruktion verbindet sich mit der Dekoration und dem Schnitzwerk aus der Renaissance. Die einzelnen Geschosse treten insgesamt 2,5 m nach vorne. Insgesamt misst das Haus eine Höhe von 26 m. Nachdem im Jahr 1962 an gleicher Stelle das „Hotel Rose“ erbaut wurde, blieb das Knochenhauer-Amtshaus das Symbol Hildesheims und konnte so ab 1986 als ganzes Haus im traditionellen Sinn rekonstruiert werden. 400 Kubikmeter Eichenholz und ca. 7500 Holznägel halten das Gebäude zusammen. Die Dekoration auf den Windbretter der Nordseite war nicht genau dokumentiert und so zeigen die Malereien heute Bilder, die Krieg und Zerstörung versinnbildlichen. Auf dem gesamten Balkenwerk, den Füllbrettern und den Konsolen finden sich Schnitzereien, die Fabelwesen, Unholde, pausbäckige Engel aber auch Szenen aus dem Alltag der Fleischer zeigen. Auf dem 3,5 t schweren Torbalken ist das Zunftzeichen, das Lamm Gottes und die Jahreszahl (1529) eingeschnitzt.
Heute befindet sich das Stadtmuseum Hildesheim in den oberen Etagen.

Links neben dem Knochenhauer-Amtshaus, an der Nordseite des Marktplatzes, stehen drei Häuser, die drei Jahrhunderte repräsentieren:
Die Stadtschänke aus dem Jahr 1666 an der linken Ecke und rechts das Wollenwebergildehaus aus der Zeit um 1600. Mit den typischen kleinen Rutschen auf den Dächern wirken sie eher schlicht und schmucklos im Gegensatz in den anderen Gebäuden des Marktplatzes. In der Mitte steht das kleine Rokokohaus aus dem Jahr 1757. Die drei Fassaden bilden zusammen die Front eines modernen Hitelbaus mit Restaurant, dem Van der Valk Hotel.

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Bilder
Marktplatz, Hildesheim, Foto Fotograph-Obornik © Hildesheim-Marketing