Judenstrasse

feierabend.de: Hildesheim, Judenstrasse

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Im Mittelalter wurden den Familien der jüdischen Gemeinde Wohngebiete von der Stadt Hildesheim zugewiesen. Somit konnte sich das soziale und kulturelle Leben der Juden zum Beispiel nur auf der Judenstraße entwickeln. In diesen Straßen wurden die jüdischen Gewerbe auf Juwelenhandel, Trödel und ‚Mäklerei’ (Maklerei) beschränkt.
Immer wieder wurde über die Zulassung jüdischer Einwohner diskutiert und die jüdischen Familien mussten für hohen Gebühren für den städtischen Schutzbrief und die zusätzliche Gebühr für den Generalschutzbrief vom Landesherrn, in Hildesheim von dem Bischof, aufkommen. Zur Zeit der Judenverfolgung im Jahre 1457 verließen die jüdischen Familien die Stadt.
Die Familien hinterließen hebräische Gebetsbücher, deren Einbände von den Stadtschreibern für ihre Akten weiterverwendet wurden. Diese einzigartigen Zeugnisse werden noch bis zum 04.Oktober 2015 in der Ausstellung ‚Hildesheim im Mittelalter – Die Wurzeln der Rose’ im Römer-Pelizaeus-Museum gezeigt. Ebenso ist der außerhalb der Stadtmauer errichtete, jüdische Friedhof aus dem 16.Jh. in der Teichstraße bis heute erhalten geblieben.

Links
Seit 1322 war die Gasse als Judengetto bezeugt, die Synagoge stand dort mit Front zum Marktplatz >>

Seit 1322 ist der Strassenname „Judenstrasse“ belegt  >>

Peter Hartmann: Siebzig Jahre. Jüdische Allgemeine, 10.7.2009  >>